Mani
Steintürme am Ende des Peloponnes.

Die Mani ist der mittlere Finger des Peloponnes, und sie hat sich nie darum gekümmert, was der Rest Griechenlands macht. Die Osmanen haben sie nie richtig erobert. Die Familien bauten Türme statt Häuser und führten Fehden über Generationen. Was blieb, ist eine Landschaft aus Stein: Turmdörfer, Trockenmauern, Kapellen mit byzantinischen Fresken, und darunter ein Meer, das tiefblau ist, weil hier der Kontinent aufhört.
Der Taygetos steht dahinter, 2.400 Meter hoch, und im Frühjahr liegt noch Schnee auf ihm, während unten die Oliven blühen. Lakonien, der Landstrich um Gytheio und Sparta, ist weicher: Ebenen, Orangen, alte Olivenhaine, in denen Leute wie die von Eumelia wieder nach den alten Regeln wirtschaften.
Die Mani ist nicht für Leute, die Infrastruktur brauchen. Sie ist für Leute, die eine Straße fahren wollen, an deren Ende Kap Tainaron liegt.
Hier endet Europa. Man merkt es.
Wir empfehlen die Mani Leuten, die Griechenland ohne Inselfähre wollen und dafür Stein, Stille und eine lange Anfahrt in Kauf nehmen. Tainaron Blue ist ein Wehrturm aus dem 19. Jahrhundert bei Vathia, ganz am Ende: vier Zimmer, kein Pool, kein Spa, nur Frühstück. Eumelia in Lakonien ist das Gegenstück — ein biodynamischer Hof mit vier Häusern zwischen Oliven, in dem man kocht, erntet und länger bleibt. Kommt im Mai. Im Oktober ist das Meer noch warm und die Türme werfen lange Schatten.




