Salzburg
Mozarts Stadt — eine barocke Altstadt zwischen Fluss und Alpen.

Salzburg wird von seinen eigenen Klischees bewacht: Mozartkugeln, Sound of Music, die Festung auf jeder Postkarte. Man muss durch sie hindurch, und dann steht man in einer der schönsten kleinen Städte Europas.
Die Altstadt ist barock, eng und zu Fuß in zwanzig Minuten durchmessen. Die Getreidegasse ist voll, die Gassen zwei Ecken weiter sind es nicht. Über allem der Mönchsberg, auf den man mit dem Lift fährt und dann durch Wald über der Stadt läuft, als wäre man auf dem Land.
Im Sommer gehört Salzburg den Festspielen — sechs Wochen, in denen die Stadt teurer, voller und ernsthafter wird. Im Herbst und Winter gehört sie wieder sich selbst: Kaffeehäuser, Adventmärkte ohne Kitsch, und der erste Schnee auf dem Untersberg.
Salzburg ist eine Stadt für zwei Nächte, die man dreimal im Leben macht.
Wir kommen nach Salzburg wegen der Oper und bleiben wegen der Stadt danach — leere Gassen um Mitternacht, Festungsbeleuchtung, ein letztes Glas. Die Blaue Gans in der Getreidegasse ist dafür das Haus: 350 Jahre Wirtshaus, heute ein Arthotel, das die Kunst nicht als Dekoration versteht. Man wohnt mitten drin und ist trotzdem hinter dicken Mauern. Zu den Festspielen ein halbes Jahr vorher buchen. Sonst: Dezember. Salzburg kann Winter.



