Tessin
Palmen auf der Schweizer Seite.

Das Tessin ist der Teil der Schweiz, in dem die Schweiz italienisch spricht, isst und lebt — mit Schweizer Zügen, Schweizer Preisen und Schweizer Ordnung. Ein Widerspruch, der funktioniert.
Ascona liegt am nördlichen Ende des Lago Maggiore, wo die Alpen ins Wasser fallen. Palmen an der Promenade, Granit in den Gassen, und oberhalb der Monte Verità, auf dem vor hundert Jahren Aussteiger, Tänzer und Anarchisten ihre Utopie probierten. Etwas davon ist geblieben.
Die Täler dahinter — Verzasca, Maggia — sind das Gegenprogramm: Steinhäuser, smaragdgrünes Wasser, Brücken aus dem Mittelalter. Eine halbe Stunde vom See, und man ist in einer anderen Zeit.
Das Tessin ist der Süden, den man erreicht, ohne die Schweiz zu verlassen.
Wir kommen ins Tessin im April, wenn in Zürich noch Winter ist und in Ascona die Kamelien blühen. Es ist der schnellste Frühling, den die Schweiz zu bieten hat. Das Giardino Ascona ist ein Haus, das den Süden ernst nimmt: Garten, Pool, mediterrane Küche, aber mit der Präzision, die man nördlich der Alpen erwartet. Ein Ort zum Bleiben, nicht zum Durchreisen. Fahrt ins Verzascatal an einem Werktag, früh. Am Wochenende gehört es Mailand.



