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St. Moritz

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St. Moritz

St. Moritz ist ein Name, der zu groß für das Tal geworden ist, in dem er liegt. Das Engadin ist mehr als der Ort: ein Hochtal auf 1.800 Metern mit einer Kette von Seen, Lärchenwäldern, die im Oktober gelb werden, und einem Licht, das Segantini gemalt und Nietzsche beschrieben hat.

Sils Maria, zwanzig Minuten weiter, ist das Gegenteil von St. Moritz: ein Dorf ohne Boutiquen, an dem der Silsersee liegt wie ein Spiegel. Hier hat Nietzsche seine Sommer verbracht; heute laufen auf dem gefrorenen See im Winter die Langläufer.

Das Engadin hat seine eigene Sprache, seine eigene Architektur — die dicken, sgraffitoverzierten Häuser — und einen Eigensinn, der von den Reichen in St. Moritz nur oberflächlich berührt wurde.

Wer das Engadin sucht, fährt durch St. Moritz durch.

Notizen der Redaktion

Das Engadin ist eine der wenigen Alpenlandschaften, die im Oktober besser sind als im August. Die Lärchen, das Licht, die leeren Wege — man versteht, warum Leute hier Monate bleiben. Die Chesa Marchetta in Sils Maria ist ein Engadinerhaus, wie es sein soll: dicke Mauern, tiefe Fenster, wenige Zimmer, kein Personal in Uniform. Man wohnt bei jemandem, nicht in etwas. Kommt Mitte Oktober. Oder im Februar, wenn der Silsersee trägt.

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