Schwedisch-Lappland
Wo der Fluss im Winter zum Boden wird.

Harads ist ein Dorf mit sechshundert Einwohnern am Lule älv, dem Fluss, der aus den Bergen an der norwegischen Grenze kommt und hier breit und langsam nach Süden zieht. Eine Stunde nördlich von Luleå, knapp unter dem Polarkreis. Im Winter friert der Fluss zu, die Sonne kommt für vier Stunden, und nachts steht das Nordlicht über den Kiefern.
Dass hier zwei der bekanntesten Hotels Skandinaviens stehen, ist kein Zufall und keine Planung. Kent Lindvall baute 2010 das Treehotel, weil ein Freund einen Film über ein Baumhaus gedreht hatte. Zehn Jahre später kam Arctic Bath, ein Ring aus Holz auf dem Fluss, der im Winter im Eis festfriert.
Beide Häuser sind Architektur, aber der Grund, warum man kommt, ist das andere: die Kälte, die Stille, das Licht.
Lappland ist keine Reise. Es ist ein Zustand, den man vier Tage aushält und dann vermisst.
Wir schicken Leute nach Harads, die den Winter nicht überstehen, sondern erleben wollen. Treehotel: Baumhäuser von skandinavischen Architekten, jedes eine eigene Idee — der Spiegelwürfel, das UFO, das Vogelnest. Arctic Bath: Sauna und Eisbad auf dem Fluss, Hütten am Ufer, jede mit einem Fenster nach oben. Beide in Gehweite, beide von derselben Familie gedacht. Kommt im Januar oder Februar. Im Dezember ist es dunkel, im März wird es Tag. Bucht das Eisbad um vier Grad, bevor ihr darüber nachdenkt.
Häuser in Schwedisch-Lappland
Geschichten aus Schwedisch-Lappland

Harads: Zwei Häuser, ein Fluss
Ein Dorf mit sechshundert Einwohnern am Polarkreis, in dem zwei der bekanntesten Hotels Skandinaviens stehen — weil eine Familie zweimal etwas Unvernünftiges gebaut hat.

Der Luxus, ins Eis zu springen
Warum Arctic Bath weniger ein Hotel als eine Begegnung mit dem Norden ist.




