Lappland im Winter: Treehotel und Arctic Bath in Harads

Reise

Lappland im Winter: Treehotel und Arctic Bath in Harads

16. Oktober 2026 · 5 Min · Redaktion CINCIN

Foto: John Butlin

Treehotel oder Arctic Bath? Wie sich die beiden Häuser in Harads im Winter unterscheiden, ob Dezember oder März besser passt und wann Nordlicht möglich ist.

Im Dezember ist es in Harads in Nordschweden schon am frühen Nachmittag dunkel. Wer hier im Winter Urlaub macht, plant seine Tage danach: die hellen Stunden für draußen, den Abend für Sauna und ein langes Essen. Ob sich später noch Nordlicht zeigt, entscheidet der Himmel.

Zwei Häuser im selben Dorf am Lule älv geben dieser Reise ihren Ausgangspunkt. Im Treehotel schläft man in einem Zimmer zwischen den Kiefern, im Arctic Bath gehört das kalte Wasser des Flusses zum Aufenthalt. Welches Haus passt zu wem, und wie füllt man die kurzen Tage? Mehr zur Architektur der beiden Häuser erzählen wir in „Harads: Zwei Häuser, ein Fluss“.

Das 7th Room gehört zu den Baumzimmern mit eigener Dusche; von hier sind es nur wenige Minuten durch den Wald zum Guesthouse. Foto: Treehotel
Das 7th Room gehört zu den Baumzimmern mit eigener Dusche; von hier sind es nur wenige Minuten durch den Wald zum Guesthouse. Foto: Treehotel

Treehotel: Wohnen zwischen den Kiefern

Angekommen wird im Guesthouse aus den 1930er-Jahren, von dort werden die Gäste zu ihrem Baumzimmer geführt. Neun stehen im Wald, vom verspiegelten Mirrorcube für zwei bis zum 2026 gebauten Oasis der Architekten Nadén & Lind, das fünf Personen Platz bietet und eine eigene Sauna und einen Hot Tub hat.

Zum Aufenthalt gehören die Wege dazwischen. Eigene Duschen haben Dragonfly, Biosphere, Blue Cone, 7th Room und Oasis. Im Mirrorcube etwa gibt es eine Verbrennungstoilette, geduscht wird im Nachbargebäude, wo auch Saunen stehen. Zum Essen geht man durch den Schnee ins Guesthouse. Dort kocht Linus Lejon für Table by Treehotel und legt für den Winter Vorräte an, gepökelt, geräuchert, fermentiert; sein Degustationsmenü dauert rund drei Stunden. Sauna und Whirlpool im Forest Spa reserviert man eigens.

Das Treehotel passt zu allen, für die das Zimmer selbst der Grund der Reise ist und die abends gern in Stiefeln zwischen Bett, Dusche und Tisch unterwegs sind.

Der Mirrorcube spiegelt den Wald und an klaren Winterabenden auch das Nordlicht; geduscht wird von hier aus im Nachbargebäude. Foto: John Butlin / Treehotel
Der Mirrorcube spiegelt den Wald und an klaren Winterabenden auch das Nordlicht; geduscht wird von hier aus im Nachbargebäude. Foto: John Butlin / Treehotel
Im Speiseraum von Table by Treehotel im Guesthouse dauert das Degustationsmenü rund drei Stunden. Foto: Treehotel
Im Speiseraum von Table by Treehotel im Guesthouse dauert das Degustationsmenü rund drei Stunden. Foto: Treehotel
Im Winter friert der runde Bau im Lule älv fest; in ihm liegen Restaurant, Saunen und Kaltbad. Foto: Maria Broström / Arctic Bath
Im Winter friert der runde Bau im Lule älv fest; in ihm liegen Restaurant, Saunen und Kaltbad. Foto: Maria Broström / Arctic Bath

Arctic Bath: Sauna und kaltes Wasser

Im Arctic Bath ist das Bad das Ziel. Den runden Hauptbau haben Bertil Harström und Johan Kauppi an die Flößerei auf dem Fluss angelehnt: Im Sommer schwimmt er, im Winter friert er im Eis fest. Drinnen liegen das Restaurant und das Spa mit zwei Trockensaunen, einer Dampfsauna, zwei Außenwhirlpools und dem Kaltbad. Das Saunaritual des Hauses heißt Julevädno, nach dem samischen Namen des Lule älv, in dessen Wasser man zwischen den Saunagängen steigt. Für Hausgäste ist das im Zimmerpreis enthalten.

Mit zwölf Kabinen bleibt das Haus klein: Sechs schwimmen am Ufer und sind über einen Steg erreichbar, drei Suiten und drei Familienkabinen für bis zu fünf Gäste stehen an Land. Abends serviert Küchenchef David Staf ein festes Menü, dessen Gänge vorher nicht verraten werden.

Das Arctic Bath passt zu allen, die ihre Tage zwischen Sauna und Fluss verbringen wollen und dafür kaum Wege brauchen. Wer beide Häuser kennenlernen möchte, kann den Aufenthalt teilen: erst ein Baumzimmer, dann eine Kabine am Fluss. Den Transfer stimmt man vorab mit den Häusern ab.

Die sechs Wasserkabinen erreicht man über einen Steg; im Winter liegen sie im Eis des Lule älv. Foto: Daniel Holmgren / Arctic Bath
Die sechs Wasserkabinen erreicht man über einen Steg; im Winter liegen sie im Eis des Lule älv. Foto: Daniel Holmgren / Arctic Bath
Die Landkabinen stehen am Ufer, mit großen Fenstern zum Fluss und zum Nachthimmel. Foto: Daniel Holmgren / Arctic Bath
Die Landkabinen stehen am Ufer, mit großen Fenstern zum Fluss und zum Nachthimmel. Foto: Daniel Holmgren / Arctic Bath

Dezember oder März?

Im Winter gibt es in der Region vier bis zwölf Stunden Tageslicht, und zwischen den Monaten liegen Welten. Im Dezember bestimmen die wenigen hellen Stunden den Tagesplan; an der Küste bei Luleå geht die Sonne dann schon kurz nach 13 Uhr unter. Das passt zu allen, die gerade die lange Dunkelheit suchen, mit Sauna am Nachmittag und ausgedehnten Abenden. Wer vor allem draußen unterwegs sein möchte, sollte auch Februar oder März erwägen: Dann werden die Tage wieder länger, und Visit Luleå empfiehlt März und April allen, die Sonne, Schnee und Wintersport verbinden wollen. Auf Nordlicht muss man dafür nicht verzichten: Die Saison reicht bis in den März, ebenso das Winterprogramm des Treehotel.

Dunkelheit, klarer Himmel, Nordlicht

Dunkelheit allein reicht nicht. Für Nordlicht braucht es einen möglichst klaren Himmel und die passende Aktivität; am besten stehen die Chancen zwischen 21 und 2 Uhr. Wer mehrere Nächte bleibt, hat mehr Gelegenheiten – eine Garantie gibt es auch dann nicht.

Im Arctic Bath hält man von der Terrasse oder aus dem Whirlpool Ausschau. Das Treehotel bietet von Oktober bis März eine private Nordlicht-Suche von 20 bis 23 Uhr an: Der Guide verfolgt Wetter und Vorhersage und fährt los, wenn in der Umgebung etwas zu sehen ist. Ist die Vorhersage ungünstig, wird an einem ruhigen Platz ein Feuer gemacht.

Winterausflüge und Buchung

Das Treehotel bietet die folgenden geführten Ausflüge an; vorab buchen und klären, was enthalten ist.

  • Ein Vormittag mit Huskys: Kim von Laplandhusky in Krokfors fährt drei Stunden mit seinem Gespann durch den Wald, mit einer Pause am Feuer. Die Abfahrt um 9:30 Uhr nutzt das Tageslicht, der Nachmittag bleibt für die Sauna.
  • Ein Tag am Storforsen: Nach einer Stunde Fahrt erreicht man die Stromschnelle des Piteälv. Das Mittagessen vom offenen Feuer gehört zu dieser Tour. Dort gibt es auch ein Museum zu Forstwirtschaft und Flößerei, der Geschichte, auf die sich der Rundbau des Arctic Bath bezieht; ob es im Winter geöffnet hat, vorab klären. Im Winter ist der Parkplatz geräumt, der Holzsteg zum Wasser aber verschneit und rutschig.
  • Ein Abend auf dem Eis: Nach Einbruch der Dunkelheit bringt ein Guide die Gäste im Schlitten auf den zugefrorenen Lule älv, wo im Tipi ein Dreigängemenü gekocht wird. Wer danach hinaustritt, steht unter freiem Himmel und mit Glück unter dem Nordlicht.

Auf dem Weg zum Flughafen: Gammelstad

Am Rand von Luleå liegt die Kirchstadt Gammelstad, UNESCO-Welterbe. Über 400 rote Kirchhütten sind erhalten. Gebaut wurden sie für Kirchgänger von weit her, als der Gottesdienstbesuch Pflicht war, und übernachtet wird darin bis heute. Die Steinkirche stammt von 1492. Weil man ohnehin über Luleå reist, passt ein Halt am ersten oder letzten Tag.

Vor der Buchung

  • Saison: Winterprogramm im Treehotel vom 21. November bis 31. März, Wintersaison im Arctic Bath von Mitte November bis Mitte April.
  • Treehotel, Zimmer für zwei Personen pro Nacht mit Frühstücksbuffet, je nach Saison: Guesthouse ab 1.500 SEK, Mirrorcube ab 6.900 SEK, Oasis ab 20.100 SEK.
  • Table by Treehotel: Degustationsmenü 3.450 SEK pro Person, vor der Anreise buchen; drei Gänge 1.250 SEK pro Person. Forest Spa: zwei Stunden für 650 SEK pro Person, nur mit Reservierung.
  • Arctic Bath: Spa im Zimmerpreis, Behandlungen extra; Mittag- und Abendessen vorab reservieren, Allergien spätestens 24 Stunden vor Anreise melden. Nach mehreren langen Duschen kann das Warmwasser in den Kabinen eine Aufheizpause brauchen.
  • Ausflüge im Treehotel, mindestens eine Woche vorher buchen: Huskyfahrt 3.300 SEK pro Person, dazu Transfer 2.400 SEK für zwei bis vier Personen hin und zurück; Storforsen 4.400 SEK pro Person mit Transfer und Mittagessen; Ice Dining 3.300 SEK pro Person. Nordlicht-Suche, immer privat: ab 12.000 SEK für bis zu drei Personen.
  • Ausflüge im Arctic Bath, vorab per E-Mail: etwa ein zweistündiger Nordlicht-Ausritt für 5.750 SEK pro Person, Transfer extra.
  • Anreise: Flug Stockholm–Luleå 70 Minuten, dann gut eine Stunde Transfer, den beide Häuser vermitteln; per Bahn bis Boden C, rund 35 Minuten vom Treehotel.
  • Preise und Programme: Stand Oktober 2026; die Ausflugspreise des Arctic Bath gelten bis April 2027.
Quellen (27), geprüft am 7. Oktober 2026
  1. Treehotel: Baumzimmer
  2. Treehotel: Mirrorcube
  3. Treehotel: Oasis
  4. Treehotel: Guesthouse
  5. Treehotel: Table by Treehotel
  6. Treehotel: Häufige Fragen
  7. Treehotel: Aktivitäten
  8. Treehotel: Forest Spa
  9. Treehotel: Huskyfahrt
  10. Treehotel: Nordlicht-Suche
  11. Treehotel: Storforsen
  12. Treehotel: Ice Dining
  13. Treehotel: Anreise
  14. Arctic Bath: Über uns
  15. Arctic Bath: Hotel
  16. Arctic Bath: Restaurant
  17. Arctic Bath: Spa
  18. Arctic Bath: Häufige Fragen
  19. Arctic Bath: Aktivitäten
  20. Arctic Bath: Nordlicht-Ausritt
  21. Arctic Bath: Jahreszeiten
  22. Arctic Bath: Nordlicht
  23. Swedish Lapland: Nordlicht
  24. Visit Luleå: Winter
  25. Visit Luleå: Gammelstad
  26. Visit Gammelstad: Öffnungszeiten
  27. Länsstyrelsen Norrbotten: Naturreservat Storforsen

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