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Zuerst fiel ihr das Licht auf.
Als Lora das Manoir fand, kam sie aus einer dunklen Wohnung. Das Landhaus aus dem 19. Jahrhundert steht im Weiler Lorette, an der Grenze zwischen der Gironde, dem Weinland um Bordeaux, und dem Lot-et-Garonne, der als Obstgarten Frankreichs gilt. Lora stand früher als Darstellerin auf der Bühne, Rob arbeitete im Weinhandel und lieferte Käse an Sterneköche. Gemeinsam haben sie aus dem Haus ein Bed & Breakfast mit fünf Zimmern gemacht.
2026 wird Manoir Laurette ausschließlich als ganzes Haus für bis zu zehn Erwachsene vermietet. Ob die Zimmer 2027 wieder einzeln buchbar sind, erfährt man bei Lora und Rob. Wie das Glastonbury-Festival, sagen die beiden, brauchen sie alle paar Jahre ein Brachjahr, um sich zu erholen und neu zu sortieren.
„Als ich das Manoir zum ersten Mal sah, liebte ich vor allem, wie das Licht durch das ganze Haus flutete.“
Lora
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Fünf Zimmer, fünf Namen
Die Zimmer heißen The Gardener, The Gypsy Queen, The Dancer, The Traveller und The Icon. The Gardener, das größte, blickt in den Garten. Hinter dem Bett mit dem großen Bambus-Kopfteil hängt eine Chinoiserie-Tapete, über dem Marmorkamin das Bild „Miss Wong“, daneben steht ein alter Korbsessel zum Lesen. Im Bad gibt es ein Waschbecken von einem Meter Länge. In The Gypsy Queen wurde ein portugiesisches Eisenbett zum Himmelbett umgebaut und mit einer alten indischen Girlande gerahmt; das eigene Bad dieses Zimmers, mit handbemalten indischen Fliesen, liegt gegenüber auf dem Flur.
Die pinkfarbene Fransenlampe in The Dancer hat Alice von Beauvamp in Derbyshire von Hand genäht. Darunter hängt ein großes Bild von Josephine Baker, deren Schloss Les Milandes nicht weit entfernt liegt. The Traveller steckt unter den Eichenbalken des Westflügels: eine Tapete aus indischen Zeitungen der 1960er-Jahre, ein Neonschriftzug, ein viktorianisches Krankenhausbett und ein abgewetzter Lederclubsessel.
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Fast geschenkt
Was in den Räumen steht, haben die Gastgeber zusammengetragen, manches aus Vietnam, vieles von den Trödelmärkten der Umgebung. Den Sessel am Fenster hat ein Händler Lora praktisch geschenkt; ein ähnliches Stück sah sie später bei einem Antiquitätenhändler im Netz, für sehr viel mehr Geld. Die Terrakottavase war eines der ersten Dinge, die sie für das Haus gekauft hat, für ein paar Cent.
Daneben hängt die riesige Kopie eines Rubens. Lora findet sie theatralisch und kitschig und gibt zu, dass man sich an sie gewöhnen muss. Die Wand dahinter blieb, wie sie beim Renovieren zum Vorschein kam: Schichten aus altem Putz, die wie Marmor aussehen. Das war ein glücklicher Zufall, noch bevor freigelegte Wände in Mode kamen.
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Ein Reiher am Teich
Zum Haus gehören rund 1,6 Hektar Garten mit alten Bäumen. Neben Apfel, Birne und Walnuss wachsen dort Granatapfel und Kaki. Im großen Steinteich vor der Fassade leben Fische und Frösche zwischen rosa Seerosen. Als eine Saison zu Ende ging, kam ein Reiher jeden Tag wieder, um die Koikarpfen zu holen. Die Gastgeber machten sich auf die Suche nach einem Netz für den Teich.
Zehn Hühner alter Rassen laufen frei herum und kommen gern zu den Gästen. Der holzbefeuerte Hot Tub steht etwas abseits und schaut auf den beheizten Pool, den Lavendel umgibt. In der Dämmerung fliegen Fledermäuse, tagsüber zeigen sich Wiedehopfe und Eichhörnchen. In klaren Nächten ist der Himmel voller Sterne.
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Ein Zimmer oder das ganze Haus
Wenn das B&B geöffnet ist, gehört das Frühstück zum Zimmer. Wer Pfannkuchen mit Speck und Sirup bestellt, macht den Gastgebern eine Freude; manche Gäste heben sie sich für den letzten Morgen auf. Den Teig rühren sie am Abend vorher an und backen ihn in einer gusseisernen Pfanne, dazu gibt es warmen Sirup, gesüßte Beeren und eine große Kanne Kaffee.
Wer das ganze Haus mietet, kocht selbst: in der großen Küche, am Grill oder im Ooni-Pizzaofen draußen. Fünf Doppelzimmer, jedes mit eigenem Bad, reichen für zehn Erwachsene. In der Hauptsaison wird wochenweise von Freitag bis Freitag vermietet, außerhalb sind kürzere Aufenthalte auf Anfrage möglich.
Bilder
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Tipp des Hauses
Tagesausflug nach Cap Ferret
Cap Ferret liegt hinter Bordeaux am Atlantik; das ist kein kurzer Abstecher, sondern ein Ausflug für einen ganzen Tag. Die Gastgeber empfehlen dort die Bäckerei Chez Pascal. Ihre Spezialität sind die Dunes Blanches, sehr leichtes Gebäck mit einer luftigen süßen Cremefüllung. Die Gastgeber haben sie zum Frühstück mit Kaffee gegessen und schreiben, seitdem seien sie süchtig. Stammhaus in Grand Piquey, 46 Route du Cap Ferret, Lège-Cap-Ferret.
Charlotte Auboin verkauft in La Réole seit zwanzig Jahren Bio- und biodynamische Weine kleiner Winzer. Mittags kocht die Küche ein Tagesmenü aus Produkten, die morgens aus der Umgebung kommen; jeder Gang kostet 7,50 €, die Desserts macht eine eigene Patissière.
Für
Mittagessen beim Ausflug nach La Réole, danach Wein für zu Hause
Gut zu wissen
Mittags Di–Sa 12–14 Uhr; Mi–Sa abends Weinbar mit Tapas; So und Mo geschlossen. Reservierung telefonisch.
Die Familie Blanchet führt das alte Kloster in Duras seit 1980; heute kochen Jean-François und sein Sohn Vincent. Auf den Tisch kommen Entenbrust und Foie-gras-Terrine von der Ferme la Renardière mit Duras-Pflaumen, im Winter am Kamin, im Sommer auf der Gartenterrasse.
Für
Ein klassisches Abendessen nach einem Tag in den Côtes de Duras
Gut zu wissen
Mo geschlossen; Sa nur abends, So nur mittags. Juli bis September auch So- und Mo-Abend geöffnet.
Weinbar, Weinhandlung und Eisdiele am Platz unterhalb des Schlosses von Duras, seit 1991 im Ort. Dazu gibt es Tapas-Teller mit iberischem Schinken und Wurst, Quiches und hausgemachtes Eis.
Für
Ein Glas Côtes de Duras auf der Terrasse nach dem Schlossbesuch