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Den Weckruf übernimmt oft ein Hahn vom Nachbarhof.
The Rooster liegt über der Bucht von Livadia auf Antiparos, der kleinen Nachbarinsel von Paros, und hat 2021 eröffnet. Der Name meint das Aufwachen: Athanasia Comninos hat das Hotel nach einem eigenen Weckruf gegründet, so erzählt es das Haus.
„Bei uns gibt es keine Gästezimmer oder Suiten. Sie wohnen in Ihrem eigenen Zuhause.“
The Rooster
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Sechzehn Häuser, kein Flur
Die Häuser verteilen sich über rund zwölf Hektar Hügel, wilde Gärten und Dünen. Wo jedes steht, hat Comninos, die in London Innenarchitektur studiert hat, mit Architekten und Ingenieuren nach Aussicht, Schatten, Windschutz und Abstand zum Nachbarn entschieden. Das Athener Büro VOIS hat sie nach dem Vorbild der Katikies gebaut, der niedrigen Bauernhäuser der Insel: aus bräunlichem Inselstein, mit Putz in der Farbe von Sand.
Jedes Haus hat einen eigenen Pool und eine Außendusche. Drinnen stehen Himmelbetten aus Treibholz und balinesische Tagesbetten, dazu gibt es Leinenkimonos und mundgeblasene Gläser. In Wilderness Valley, nah am Strand, liegen Yogamatten und Strandtücher bereit, im Kühler steht Wein für den Abend. Aufs Meer schaut nicht jedes Haus; wer das will, fragt nach Haven of Tranquility oder Love Shack.
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Die Farm in Kambos
Einen Teil dessen, was auf den Tisch kommt, zieht ein Gärtner im Bostani, dem Gemüsegarten der Farm, anderthalb Kilometer entfernt in Kambos, dem bäuerlichen Inneren der Insel. Die Eier kommen aus dem eigenen Hühnerstall, den ein Hahn bewacht. Despina Bitzaraki hat kretische Wurzeln und sich das Backen selbst beigebracht; sie backt hier jeden Tag die Sauerteigbrote für das ganze Hotel. Viermal pro Woche kocht sie im Holzofen ein Mittagessen für zwei bis fünfzehn Gäste; zum Nachtisch gibt es etwa Crème caramel aus Ziegenmilch.
Wer die Farm für sich haben möchte, mietet das Farmhouse: drei Schlafzimmer, ein Tauchbecken, die Nachbarn sind Bauern, Imker und Hirten. Marina, die Gastgeberin der Farm, lebt auf der Insel und weiß, was dort als Nächstes stattfindet, vom Abendessen am offenen Feuer mit Küchenchef Simos bis zum Töpferkurs bei einem Keramiker aus dem Ort.
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Gekocht über offenem Feuer
Simos Triantafyllou kocht seit drei Jahrzehnten. Was er abends serviert, hängt davon ab, was Fischer und Farm am Tag liefern; Gemüse wird eingelegt und fermentiert, Fisch und Fleisch kommen auf den Grill, in den Tontopf oder lange in den Ofen. Gegessen wird im Secret Garden, einem Hof zwischen Felswänden, der sich erst am Abend zeigt. Manche Gäste kommen jedes Jahr wegen derselben Teller wieder: Piri-Piri-Tintenfisch mit Queller und verbrannter Zitrone, Bucatini mit geschmortem Ziegenragout. Das Geschirr dafür stammt vom hauseigenen Töpfer.
Gefrühstückt wird um einen Zitronenbaum oder unter der Pergola, mit Sauerteigbrot, das noch warm ist, Honig und selbst gemachter Konfitüre. Wer lieber am eigenen Pool bleibt, lässt sich Salate und Spieße bringen oder bestellt einen Koch zum Grillen ans Haus, etwa für Oktopus mit Paprika oder einen Hahn vom Spieß mit Zitrusglasur. Der Name des Hotels schützt das Tier nicht.
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Wenn der Meltemi kommt
Die meisten Strände von Antiparos sind sandig und geschützt, Livadia ist die wildere Ausnahme. Wenn der Meltemi aus Norden kommt, wird die Bucht zum Surfstrand der Insel, und die Surflehrer des Hauses suchen das passende Brett aus. An ruhigen Tagen nimmt man sich Strandstühle, Sonnenschirm und Paddleboard, alles für Hausgäste kostenlos. In den Dünen stehen Tipis aus Treibholz, dazwischen verkauft ein alter Van Fladenbrot und Negronis, und am Weg zum Wasser wartet ein Eiswagen.
Aufs Meer fährt man mit George „Sargos“ Marianos. Er hat sein Leben lang mit seinem hölzernen Kaiki rund um die Insel gefischt und nimmt inzwischen Gäste des Hauses mit. Was dabei an den Haken geht, kochen die Köche danach zu Kakavia, der Fischersuppe der Inseln.
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Im House of Healing
Im House of Healing beginnt jede Behandlung mit einem Gespräch über Schlaf, Essen, alte Verletzungen und Stress. Das Ritual des Hauses heißt Smoking Stool: Rauch aus Kräutern und Harzen steigt vom unteren Ende der Wirbelsäule aufwärts, dazu kommen Klang und Orakelkarten. Wer es handfester mag, bucht Ashiatsu: Massiert wird mit den Füßen, Halt geben Stangen über der Liege. Für ayurvedische Behandlungen hat das Haus mit Abhilash Nair einen eigenen Experten.
Morgens um neun gibt es im offenen Pavillon Yoga, für Hausgäste kostenlos. Im Spa selbst bittet das Haus darum, Telefone auszuschalten.
Vor der Abreise lohnt ein Blick in die Boutique des Hauses. Comninos bestückt sie mit dem, was sie auf Reisen findet und bei Freunden entdeckt, darunter Seidenpyjamas mit Mustern nach der Landschaft von Antiparos und Kleider aus bestickten Tischdecken.
Bilder
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Tipp aus dem Haus
Agrilia
Auf der Ebene von Kambos, zwischen Bauern und Imkern, liegt ein Olivenhain, den The Rooster zu seinen liebsten Geheimnissen der Insel zählt. Auf Agrilia wachsen rund 2.500 Bäume der Sorte Koroneiki; die Familie presst die Oliven in der eigenen Mühle wenige Stunden nach der Ernte. Führung mit Verkostung nach Anfrage über die Website. Geerntet wird im Oktober, The Rooster schließt 2026 aber schon am 5. Oktober; wer bei der Ernte dabei sein möchte, klärt die Termine vorher mit Agrilia. Kambos, Antiparos.
Die Familie Pipinos führt die Taverne in dritter Generation direkt am Wasser von Agios Georgios, gegenüber der Insel Despotiko. Auf den Tisch kommen Fang des Tages vom Grill, sonnengetrocknete Makrele und Oktopus von der Holzkohle; wer mittags vorbeikommt, kann sich seinen Fisch fürs Abendessen zurücklegen lassen.
Für
Fisch am Wasser, gern auch mit dem Boot
Gut zu wissen
In der Saison täglich 12–23 Uhr; eigener Steg für Beiboote.