Mallorca ohne Mietwagen: Welche Orte eignen sich für den Urlaub?

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Mallorca ohne Mietwagen: Welche Orte eignen sich für den Urlaub?

28. Oktober 2026 · 7 Min · Redaktion CINCIN

Foto: Darwin Vegher / Unsplash

Mallorca ohne Mietwagen: Palma, Sóller, Pollença, Santanyí und Artà im Vergleich – Anreise, Wege zu Fuß, Winter und zwei Häuser.

Mallorca ohne Mietwagen funktioniert – wenn die Unterkunft zur Reise passt. Wer mitten in Palma, Sóller oder einem gut angebundenen Ort wohnt, geht abends zu Fuß essen, verbringt einen Tag in der Hauptstadt und macht einzelne Ausflüge in die Berge oder an eine Bucht. Wer dagegen in einer Finca auf dem Land bucht, braucht für jeden Weg nach draußen ein Taxi.

Wir vergleichen fünf Orte von Palma bis Artà und stellen zwei Häuser in sehr unterschiedlicher Lage vor. Wer im Winter reist: Einige Linien und Häuser machen Saisonpause; was sich ändert, steht weiter unten.

Fünf Orte ohne Auto im Vergleich
OrtVom FlughafenNach PalmaZu FußEinschränkung
PalmaStadtbus A1 ins ZentrumAlle Linien beginnen hierAltstadt, Hafen, BahnhöfeAusflüge in den Norden oder Osten bedeuten längere Fahrten
SóllerA1 nach Palma, dort Bus 204; einmal umsteigenBus 204, rund 40 Minuten, ganzjährig; dazu der HolzzugOrtskern; Tram zum HafenAbends die letzte Tram vom Hafen prüfen
PollençaA1 nach Palma, dort Bus 301; einmal umsteigenBus 301 direkt, rund eine Stunde, ganzjährigAltstadt, Plaça Major, CalvariZum Hafen fahren eigene Linien
SantanyíA51 bis Campos, dort Bus 515; einmal umsteigenSommer werktags Express, knapp eine Stunde; sonst über Campos, rund 1¼ StundenOrtskern mit Markt, Restaurants, BushaltestelleFür Strandtage Hin- und Rückfahrt prüfen
ArtàÜber Palma: A1, Zug nach Manacor, Bus 411; zweimal umsteigenSommer Express, rund 70 Minuten; sonst Bus nach Manacor (rund 20 Minuten) und Zug (rund 70 Minuten)Ortskern; Bahntrassenweg nach ManacorUnser Haus liegt außerhalb: nur mit Taxi

Palma und Sóller: Wo kommt man am leichtesten ohne Auto aus?

Palma ist der Knoten. Vom Flughafen fährt der Stadtbus A1 ins Zentrum, und an der Estació Intermodal beginnen die Überlandbusse und die Züge nach Inca, Sa Pobla und Manacor. Wer hier wohnt, hat Altstadt und Hafen vor der Tür und kommt das ganze Jahr ohne Umsteigen nach Sóller und Pollença. Für Ausflüge in den Norden oder Osten gehören längere Fahrten zum Tag.

Sóller hat gleich zwei Wege nach Palma. Der Linienbus braucht rund 40 Minuten und fährt das ganze Jahr. Der schönere ist der Holzzug der Ferrocarril de Sóller von 1912, der über Bunyola durch die Berge im Norden fährt; mit wenigen Abfahrten am Tag und eigenem Tarif ist er eher Ausflug als Pendlerzug. Ein Tag ohne Auto kann hier so aussehen: morgens mit dem Zug nach Palma, nachmittags mit dem Bus zurück, abends hinunter ans Meer. Zum Hafen fährt die historische Tram. Dort kocht Aleix Viada im Randemar an der Uferpromenade mediterran: Pasta aus eigener Herstellung, Pizza aus dem Holzofen, Reisgerichte und Fisch. Wer dort zu Abend essen möchte, prüft vorher die letzte Rückfahrt oder plant ein Taxi ein.

Die Holzwagen der Sóller-Bahn am Bahnhof in Palma. Die Strecke durch die Berge ist der schönste Weg nach Sóller, der Bus 204 der schnellere. Foto: Wolfgang Weiser / Unsplash
Die Holzwagen der Sóller-Bahn am Bahnhof in Palma. Die Strecke durch die Berge ist der schönste Weg nach Sóller, der Bus 204 der schnellere. Foto: Wolfgang Weiser / Unsplash

Pollença: Wie kommt man ohne Umsteigen nach Palma?

Pollença hat die einfachste Verbindung in die Hauptstadt. Der Bus hält an zwei Haltestellen im Ort und fährt über Sa Pobla und Inca direkt bis zur Estació Intermodal, rund eine Stunde und das ganze Jahr. Vom Flughafen ist das allerdings kein Direktweg: Man fährt mit dem A1 ins Zentrum von Palma und steigt dort um. Vor Ort bleibt man zu Fuß in der Altstadt. Auf der Plaça Major ist Markt, und vom Ort steigt man hinauf zur Kirche El Calvari, deren Aussicht der Hauptgrund für den Aufstieg ist. Zum Hafen Port de Pollença fährt man ebenfalls mit dem Bus, für das kurze Stück aber mit eigenen Linien; der Bus nach Palma nimmt dafür keine Fahrgäste mit.

Die Treppe zum Calvari beginnt mitten in Pollença. Wer hier wohnt, hat Altstadt, Markt und Aussicht in Gehweite und den Bus nach Palma vor der Tür. Foto: Frank Eiffert / Unsplash
Die Treppe zum Calvari beginnt mitten in Pollença. Wer hier wohnt, hat Altstadt, Markt und Aussicht in Gehweite und den Bus nach Palma vor der Tür. Foto: Frank Eiffert / Unsplash

Santanyí: Was liegt zu Fuß, was erreicht man mit dem Bus?

In Santanyí liegt das Wichtigste im Ortskern beieinander: Mittwochs und samstags ist Markt, die Restaurants erreicht man zu Fuß, und die Busse halten an der Haltestelle Na Ravandella mitten im Ort. Im Sommer gibt es an Werktagen eine direkte Expressverbindung nach Palma. Im Winter fährt man über Campos und steigt dort um. Auch Cala Santanyí und Cala Figuera sind mit dem Bus erreichbar – für einen Strandtag prüft man zuerst Hin- und Rückfahrt. Alle Verbindungen stehen in der Tabelle „Verbindungen im Überblick“ am Ende.

An Markttagen ist der Ortskern vormittags voll. Für den Abend zwei Tische:

  • Es Cantonet an der Plaça d’en F. Bernareggi: Erik Eckfelder kocht leicht und mediterran mit asiatischem Einschlag und ergänzt die kleine Karte um Tagesgerichte vom Markt. Gegessen wird das ganze Jahr im alten Stadthaus, im Sommer im Innenhof; Paella bestellt man einen Tag vorher.
  • Bei Manique in der Carrer Portell kocht Marcos Lee auf einer Parrilla über Holz und Holzkohle. Fisch und Gemüse bezieht der brasilianische Koch von Fischern und Bauern der Insel. Reserviert wird per WhatsApp über die Website.
Markttag in Santanyí. Mittwochs und samstags ist der Ortskern voll, außerhalb der Marktzeiten ist es dort ruhiger. Foto: Emanuel Kionke / Unsplash
Markttag in Santanyí. Mittwochs und samstags ist der Ortskern voll, außerhalb der Marktzeiten ist es dort ruhiger. Foto: Emanuel Kionke / Unsplash
Can Ferrereta steht an einer Gasse der Altstadt, wenige Schritte von der Plaça Major. Markt, Restaurants und Bus liegen im selben Ortskern. Foto: Can Ferrereta
Can Ferrereta steht an einer Gasse der Altstadt, wenige Schritte von der Plaça Major. Markt, Restaurants und Bus liegen im selben Ortskern. Foto: Can Ferrereta

Can Ferrereta: Wie wohnt es sich mitten in Santanyí?

Can Ferrereta ist ein Haus aus dem 17. Jahrhundert mitten in der Altstadt, wenige Schritte von der Plaça Major. Im Haus kocht Àlvar Albaladejo im Restaurant Ocre mediterran, La Fresca liegt im Garten am Pool, dazu kommt das Spa Sa Calma. Welches Restaurant während des Aufenthalts geöffnet hat, klärt man bei der Buchung. Gäste sind ab 14 Jahren willkommen. Für den Winter gilt: Das Haus macht Saisonpause, mehr dazu unten.

La Fresca liegt im Garten von Can Ferrereta, im Freien am Pool. Für Abende ohne Weg in den Ort ist das die Alternative im Haus. Foto: Can Ferrereta
La Fresca liegt im Garten von Can Ferrereta, im Freien am Pool. Für Abende ohne Weg in den Ort ist das die Alternative im Haus. Foto: Can Ferrereta

Artà: Wann braucht man trotzdem ein Taxi?

Artà selbst funktioniert gut ohne Auto. Der Ort hat zwei Haltestellen, im Sommer fährt ein Express in rund 70 Minuten nach Palma. Das ganze Jahr bleibt der Bus nach Manacor. Er hält dort am Bahnhof, von dem der Zug in rund 70 Minuten nach Palma fährt. Am alten Bahnhof von Artà beginnt die Vía Verde, ein Rad- und Wanderweg auf der früheren Bahntrasse nach Manacor. Im Bahnhofsgebäude gibt es Fahrräder zu leihen, ein Besucherzentrum und das Café Pas a Nivell.

Es Racó d’Artà liegt dagegen außerhalb, an der Straße zur Cala Mitjana. Ohne Auto heißt das: mit dem Taxi ankommen und auch für Abende im Ort ein Taxi einplanen. Wer das in Kauf nimmt, verbringt seine Tage ohnehin vor allem am Haus, mit dem Restaurant, dessen Gemüse aus dem eigenen Garten kommt, dem Spa und geführten Wanderungen in die Umgebung. Wie man am besten ankommt, klärt man vor der Buchung direkt mit dem Haus. Was es rund um Artà zu entdecken gibt, steht in unserem Beitrag Mallorca ohne Trubel.

Bäume und Cafés im Ortskern von Artà. Im Ort ist alles zu Fuß erreichbar, nach Palma geht es im Winter mit Bus und Zug über Manacor. Foto: Anna / Unsplash
Bäume und Cafés im Ortskern von Artà. Im Ort ist alles zu Fuß erreichbar, nach Palma geht es im Winter mit Bus und Zug über Manacor. Foto: Anna / Unsplash
Die Finca von Es Racó d’Artà liegt in den Hügeln vor dem Ort. Wer ohne Auto kommt, bleibt hier vor allem am Haus. Foto: Es Racó d’Artà
Die Finca von Es Racó d’Artà liegt in den Hügeln vor dem Ort. Wer ohne Auto kommt, bleibt hier vor allem am Haus. Foto: Es Racó d’Artà

Mallorca ohne Auto im Winter: Was ändert sich?

Im Winter fährt Mallorca mit reduziertem Netz. Die Expresslinien nach Santanyí und Artà gibt es nur in der Hochsaison, ebenso einige Flughafenbusse; der Santanyí-Express fuhr 2026 vom 27. März bis 31. Oktober. Wer ab November reist, plant für Santanyí den Umstieg in Campos ein und für Artà den Weg über Manacor. Sóller und Pollença bleiben das ganze Jahr direkt mit Palma verbunden. An Feiertagen wie dem 8. und 25. Dezember fahren die Züge nach Feiertagsfahrplan.

Auch Hotels und Restaurants haben Saison. Can Ferrereta macht ab Mitte November Winterpause. Wer in dieser Zeit reist, wählt ein anderes Haus; Can Ferrereta ist ab dem 4. März 2027 wieder buchbar. Bei Es Racó d’Artà fragt man für die Wintermonate direkt beim Haus an. Es Cantonet in Santanyí hat das ganze Jahr geöffnet; bei den übrigen Adressen prüft man die Öffnung für die eigenen Reisetage.

Welcher Ort passt zu mir?

  • Eine Woche, viele Ziele: Palma.
  • Berge, Hafen und eine schöne Bahnfahrt: Sóller.
  • Direkt nach Palma, das ganze Jahr ohne Umsteigen: Pollença.
  • Markt, Restaurants und ein Haus mitten im Ort, außerhalb der Winterpause: Santanyí mit Can Ferrereta.
  • Ruhe auf dem Land, ohne täglich wegzumüssen: Es Racó d’Artà, mit dem Taxi für An- und Abreise.

Praktisch: Fahrpläne, Tickets, Saison

  • Fahrpläne: Busse bei TIB, Züge bei SFM. Die Fahrzeiten in diesem Beitrag stammen aus den Plänen ab 27. März 2026; die Winterzeiten stehen auf den Linienseiten.
  • Bahn: Der SFM-Fahrplan gilt vom 1. September 2026 bis 30. Juni 2027.
  • Tickets: In Bussen, Zügen und der Metro der TIB zahlt man kontaktlos mit der Bankkarte, beim Ein- und Aussteigen an den Lesegeräten; abgebucht wird einmal am folgenden Tag.
  • Sóller-Bahn: eigener Tarif, Palma–Sóller einfach 23 Euro, hin und zurück 30 Euro, Tram zum Hafen 10 Euro pro Fahrt, Tickets im Bahnhof bzw. in der Tram. Letzte Tram ab Port de Sóller derzeit 21.05 Uhr; für den Reisetag prüfen (Stand Oktober 2026).
  • Es Cantonet: ganzjährig, Montag bis Samstag ab 18.30 Uhr, sonntags geschlossen. Randemar: täglich ab 12.30 Uhr, Reservierungen für die nächsten 48 Stunden telefonisch.
  • Mehr zu den Häusern in unseren Porträts von Can Ferrereta und Es Racó d’Artà.
Verbindungen im Überblick
AbLinieZielWann
SóllerBus 204Palmaganzjährig
PollençaBus 301Palmaganzjährig
PollençaBusse 321, 322Port de Pollençaganzjährig
SantanyíExpress 515ePalma, direktHochsaison, Mo–Fr
SantanyíBus 515, in Campos weiter mit 501 bzw. A51Palma bzw. Flughafenganzjährig
SantanyíBus 516 bzw. 517Cala Santanyí, Cala Figuera bzw. Colònia de Sant Jordiganzjährig
ArtàExpress 411ePalma, direktHochsaison
ArtàBus 411, in Manacor weiter mit dem ZugPalmaganzjährig
Quellen (22), geprüft am 7. Oktober 2026
  1. TIB: Linien und Fahrpläne
  2. TIB: Linie 515e (Hochsaison)
  3. TIB: Fahrplan 515/515e (PDF, gültig 27.03.–31.10.2026)
  4. TIB: Fahrplan 411/411e (PDF)
  5. TIB: Fahrplan 515 (PDF)
  6. TIB: Fahrplan 501 (PDF)
  7. TIB: Flughafenlinie A51
  8. TIB: Fahrplan 301 (PDF)
  9. TIB: Fahrplan 204 (PDF)
  10. TIB: Zahlen mit der Bankkarte
  11. SFM: Fahrpläne 2026/27
  12. SFM: Linie T3 Palma–Manacor
  13. Ferrocarril de Sóller
  14. Aena: Busse am Flughafen Palma
  15. Vías Verdes: Manacor–Artà
  16. Illes Balears: Pollença
  17. Can Ferrereta: Website
  18. Small Luxury Hotels: Can Ferrereta
  19. Es Racó d’Artà: Website
  20. Es Cantonet
  21. Manique
  22. Randemar

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