Zabola und das Szeklerland: Ausflüge, Anreise und Reisezeit im Kreis Covasna

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Zabola und das Szeklerland: Ausflüge, Anreise und Reisezeit im Kreis Covasna

1. Oktober 2026 · 7 Min · Redaktion CINCIN · Aktualisiert am 2. Oktober 2026

Foto: Ana-Maria D. / Unsplash

Kratersee, Moor, Schwefelhöhle, ein Kurort und zwei Kirchenburgen: Was man von Zabola aus im Szeklerland sieht, wie lange man fährt, wie man anreist und wann sich die Reise lohnt.

Das Szeklerland liegt im Osten Siebenbürgens, im Bogen der Ostkarpaten. Der Kreis Covasna gehört dazu, mit Wäldern, Mineralquellen und Gasaustritten aus erloschenen Vulkanen, mit kleinen Kurorten und Dörfern. Wer hier reist, findet in gut einer Stunde Fahrt einen Kratersee, ein Hochmoor, eine Burgruine, eine Schwefelhöhle und zwei der bekanntesten Kirchenburgen Siebenbürgens. Brașov, die nächste größere Stadt und der nächste Flughafen, liegt ebenfalls in dieser Entfernung.

Dieser Beitrag ist eine Reisehilfe für die Gegend: welche Ziele sich lohnen, wie lange man von Zabola Estate in Zăbala dorthin fährt, wie man anreist, wann man kommt und wie viele Tage man einplant. Das Gut selbst, seine Häuser, Küche und Pferde, beschreiben wir ausführlich im Porträt Zabola: ein Gut, das bewohnt wird. Hier ist Zabola der Ausgangspunkt.

Wo man ist: Szeklerland, Kreis Covasna

Die Szekler sind eine ungarischsprachige Volksgruppe mit eigener regionaler Identität. Covasna und das nördlich angrenzende Harghita sind laut Volkszählung die einzigen Kreise Rumäniens ohne rumänische Bevölkerungsmehrheit. In Zăbala gaben 2021 knapp zwei Drittel der Einwohner an, Ungarn zu sein, knapp ein Fünftel Rumänen.

Für die Reise heißt das: Man hört auf der Straße meist Ungarisch, Amtssprache ist Rumänisch, und fast jeder Ort hat zwei Namen. Zăbala heißt auf Ungarisch Zabola, Sfântu Gheorghe heißt Sepsiszentgyörgy, Covasna heißt Kovászna, Turia heißt Torja, der Sankt-Anna-See heißt Lacul Sfânta Ana oder Szent Anna-tó. Wer beide Namen kennt, findet sich auf Schildern, Karten und in Gesprächen leichter zurecht.

Zabola liegt am Ostrand des Beckens, etwa sechs Kilometer südlich der Kurstadt Covasna. Die meisten Ziele dieses Beitrags erreicht man in 45 bis 75 Minuten mit dem Auto. Die Fahrzeiten in diesem Beitrag sind mit einem Routenplaner auf Basis von OpenStreetMap berechnet, ohne Verkehr und Pausen, und auf volle fünf Minuten gerundet.

Nebel über dem Sankt-Anna-See, am Ufer Fichten und kahle Laubbäume. Foto: Lawrence Chismorie / Unsplash
Nebel über dem Sankt-Anna-See, am Ufer Fichten und kahle Laubbäume. Foto: Lawrence Chismorie / Unsplash

Sankt-Anna-See und Mohoș-Moor

Der bekannteste Ausflug führt nach Norden in das Csomád-Gebirge, knapp hinter der Kreisgrenze zu Harghita. Der Vulkan Ciomatu hat zwei Krater. Im einen liegt der Sankt-Anna-See auf rund 950 Metern Höhe, gespeist nur von Regen und Schnee, mit entsprechend mineralarmem Wasser. Im anderen hat sich das Mohoș-Moor gebildet, ein Hochmoor von etwa 80 Hektar, das man auf einem Bohlenweg durchquert und nicht verlassen darf.

Baden ist im See seit April 2018 grundsätzlich verboten. Man kommt zum Schauen und Gehen: einmal um das Ufer, dann hinüber zum Moor. Laut dem Tourismusportal des Kreises Harghita gilt ein Tagesticket für See, Moor und Besucherzentrum, die ersten drei Stunden Parken sind eingeschlossen (Stand Oktober 2026). Für See und Moor zusammen plant man zwei bis drei Stunden ein.

Von Zabola fährt man zum Moor etwa 50 Minuten, zum See etwa 1 Stunde 10 Minuten. Wer wandern möchte: Von Băile Tușnad führt ein mit rotem Kreuz markierter Weg in etwa eineinhalb Stunden zum See, von Băile Bálványos ein Weg mit gelbem Kreuz in etwa drei Stunden.

Moorauge im Mohoș-Moor im Herbst, vorne der Bohlenweg, dahinter Wald. Foto: Vladut Tomsa / Unsplash
Moorauge im Mohoș-Moor im Herbst, vorne der Bohlenweg, dahinter Wald. Foto: Vladut Tomsa / Unsplash
Holzsteg am Sankt-Anna-See im Winter, das Wasser teils mit Eis bedeckt. Foto: Lawrence Chismorie / Unsplash
Holzsteg am Sankt-Anna-See im Winter, das Wasser teils mit Eis bedeckt. Foto: Lawrence Chismorie / Unsplash

Bálványos: Burgruine und Schwefelhöhle

Auf dem Weg zum See liegt der kleine Kurort Băile Bálványos bei Turia. Über dem Ort steht auf einem steilen Hügel in 1.056 Metern Höhe die Ruine der Burg Bálványos, in Urkunden 1360 als Castrum Balwanus genannt und mit der Adelsfamilie Apor verbunden. Erhalten ist vor allem der Rest des viereckigen Bergfrieds. Ein gelb markierter Weg führt laut dem örtlichen Kurbetrieb in etwa einer Stunde von Băile Bálványos hinauf.

Wenige Kilometer entfernt liegt die Büdös-Höhle, rumänisch Peștera Puturosu. Es ist ein alter Stollen eines Schwefelbergwerks, aus dem in großer Menge Gas austritt, vor allem Kohlendioxid, dazu Schwefelwasserstoff. Eine gelbe Schwefellinie an der Wand zeigt, wie hoch das Gas steht. Laut dem Tourismusportal des Kreises Covasna bückt man sich nicht unter diese Linie, bleibt nicht länger als zehn Minuten und betritt die Höhle nur ausgeruht; der hintere Teil ist vergittert. Das Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich unten, deshalb behält man Kinder an der Hand.

Von Zabola fährt man nach Băile Bálványos etwa 45 Minuten. Burg, Höhle und See lassen sich an einem Tag verbinden, wenn man früh aufbricht.

Covasna: Mofetten und Feental

Covasna ist der nächste Ort, etwa zehn Minuten von Zabola. Die Stadt ist seit den 1880er-Jahren Kurort und heute vor allem für Herz- und Kreislaufbehandlungen bekannt. Man kommt für zwei Dinge: für die Mofetten, trockene Gasbäder mit natürlichem Kohlendioxid, die von Kurhotels betrieben werden, und für einen Spaziergang. Mitten in der Stadt blubbert unter einem Gitter der Schlammvulkan Pokolsár, rumänisch Balta Dracului, das Wahrzeichen des Ortes. Am Stadtrand beginnt das bewaldete Feental, Valea Zânelor, mit dem Wasserfall unterhalb des Planul înclinat, einer Schrägaufzugsanlage der alten Waldbahn aus dem späten 19. Jahrhundert. Für Stadt und Tal reicht ein halber Tag.

Die Kirche der Kirchenburg Prejmer mit achteckigem Turm und Rosettenfenstern. Foto: Anton Darius / Unsplash
Die Kirche der Kirchenburg Prejmer mit achteckigem Turm und Rosettenfenstern. Foto: Anton Darius / Unsplash

Die Kirchenburgen Prejmer und Hărman

Westlich von Sfântu Gheorghe, dem Hauptort des Kreises, beginnt das Burzenland mit den Dörfern der Siebenbürger Sachsen. Die Kirchenburg Prejmer, deutsch Tartlau, gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe der Dörfer mit Kirchenburgen in Siebenbürgen. Der Bau geht auf den Deutschen Orden zurück, der 1218 mit der Kirche begann. Im bis zu 14 Meter hohen Mauerring liegen rund 270 Kammern auf vier Etagen, in denen die Dorfbewohner bei Angriffen Zuflucht fanden. Laut Website ist sie vom 1. April bis 15. Oktober montags bis samstags von 9 bis 17.30 Uhr und sonntags von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet, sonst täglich von 9 bis 16 Uhr (Stand Oktober 2026).

Wenige Kilometer weiter liegt Hărman, deutsch Honigberg. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert; im Turm liegt eine Kapelle mit Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Führungen auf Deutsch, Englisch und Rumänisch bucht man vorab. Geöffnet ist laut Website von April bis Oktober montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr, von November bis März täglich von 10 bis 16 Uhr (Stand Oktober 2026). Beide Kirchenburgen erreicht man von Zabola in etwa einer Stunde; zusammen mit Fahrt ist es ein guter Tag, oder man besucht sie auf dem Weg vom Flughafen Brașov.

Bären sehen, aber richtig

In den Wäldern der Ostkarpaten leben Braunbären, und in Rumänien wird immer wieder vor Begegnungen gewarnt. Wer Bären sehen möchte, sollte das nicht am Straßenrand versuchen, sondern mit Begleitung. Zabola bietet eine Beobachtung mit einem Ranger an: kurze Fahrt mit dem Land Rover, Fußweg zu einem Ansitz im Wald, insgesamt zwei bis drei Stunden, ab acht Jahren, höchstens acht Gäste, bis zum ersten Schnee. Eine Sichtung ist nicht garantiert. Man reserviert vorab beim Haus.

Für Wanderungen gelten die Regeln, die etwa der Naturpark Bucegi veröffentlicht: in Gruppen gehen, sich bemerkbar machen, Essen sicher verstauen, Bären nie füttern und nie auf sie zugehen, bei einer Begegnung nicht wegrennen. Abends fährt man auf Landstraßen ohnehin langsam; auch hier gilt, im Auto zu bleiben.

Verschneiter Park mit raureifbedeckten Bäumen vor dem gelben Herrenhaus. Foto: Pauline Roy Chowdhury / Zabola Estate
Verschneiter Park mit raureifbedeckten Bäumen vor dem gelben Herrenhaus. Foto: Pauline Roy Chowdhury / Zabola Estate

Wohnen: Zabola als Standort

Für diese Gegend empfehlen wir Zabola Estate. Das Gut liegt so, dass Covasna in zehn Minuten und die meisten Ziele in einer Stunde erreichbar sind, und es versorgt seine Gäste abends selbst, sodass nach einem Ausflugstag niemand mehr losfahren muss. Man wohnt in mehreren historischen Häusern in einem Park von rund 50 Hektar.

Die Tage, an denen man nicht fährt, verbringt man auf dem Gut: zu Fuß im Park, zu Pferd oder in der Waldsauna. Was es dort im Einzelnen gibt, steht im Porträt des Hauses.

Anreise

Drei Flughäfen kommen in Frage, mit Entfernung und reiner Fahrzeit nach Zabola:

  • Brașov-Ghimbav, eröffnet im Juni 2023: rund 70 Kilometer, etwa 1 Stunde 15 Minuten, angeflogen vor allem von Wizz Air, unter anderem aus Dortmund und London-Luton.
  • Bukarest Henri Coandă in Otopeni: rund 211 Kilometer, etwa 3 Stunden 40 Minuten, mit den meisten Verbindungen, darunter Lufthansa aus Frankfurt und München, Austrian aus Wien und Swiss aus Zürich.
  • Târgu Mureș: rund 220 Kilometer, etwa 4 Stunden, mit Wizz Air unter anderem aus Dortmund, Memmingen, Nürnberg und Basel.

Vor Ort ist ein Mietwagen die praktische Wahl, denn die Ziele dieses Beitrags liegen verstreut in Tälern und auf Pässen. Wer in Brașov landet, kann Prejmer und Hărman schon auf dem Weg nach Zabola besuchen.

Wann reisen, wie lange bleiben

Für die meisten Ziele ist die Zeit von April bis Oktober am günstigsten. Die Kirchenburgen haben dann längere Öffnungszeiten, die Wanderwege am Sankt-Anna-See und bei Bálványos sind schneefrei, und die Bärenbeobachtung auf Zabola läuft bis zum ersten Schnee.

Im Winter ist die Gegend ruhiger. Die Kirchenburgen öffnen kürzer, Covasna mit seinen Mofetten und die Waldsauna auf Zabola sind dagegen ganzjährig ein Grund zu kommen. Wer im Winter fährt, rechnet auf den Straßen ins Gebirge mit Schnee.

Für eine erste Reise sind vier Nächte ein guter Rahmen: ein Tag für Sankt-Anna-See, Moor und Bálványos, ein Tag für die Kirchenburgen Prejmer und Hărman, ein halber Tag für Covasna und dazu Zeit auf dem Gut. Ohne Eile und mit mehr Zeit auf dem Gut passen auch fünf oder sechs Nächte. Wer mehr Siebenbürgen sehen möchte, plant Zabola als ruhigen Teil einer längeren Rundreise ein.

Quellen (27), geprüft am 1. Oktober 2026
  1. Zabola Estate: Startseite (Park, Landschaftsgebiet)
  2. Zabola Estate: The Wildlife Hide
  3. Zabola Estate: Accommodation
  4. Zabola Estate: Restaurant
  5. Zabola Estate: Forest Sauna
  6. Small Luxury Hotels: Zabola Estate (Flughafenentfernungen)
  7. Wikipedia: Zăbala (Bevölkerung 2021, Lage zu Covasna)
  8. Wikipedia: Covasna County (Bevölkerung, Szekler)
  9. Wikipedia: Lake Sfânta Ana
  10. Szent Anna-tó / Mohos: offizielle Seite (Lage, Wanderwege)
  11. Visit Harghita: Lake Saint Anne
  12. Visit Harghita: Mohoș Bog (Ticket, Parken, Bohlenweg)
  13. Wikipedia: Bálványos Castle
  14. Băile Balvanyos: Drumeții (Wanderwege, Gehzeiten)
  15. Visit Covasna: The Puturosu Cave (Mofette, Verhaltensregeln)
  16. Wikipedia: Covasna (Kurort, Pokolsár)
  17. Turism Covasna: Mofetten der Kurhotels
  18. Primăria Covasna: Obiective turistice
  19. Kirchenburg Prejmer: offizielle Website (Öffnungszeiten, Geschichte)
  20. Wikipedia: Villages with fortified churches in Transylvania
  21. Kirchenburg Hărman: Visiting (Öffnungszeiten, Führungen)
  22. Wikipedia: Brașov-Ghimbav International Airport
  23. Wikipedia: Henri Coandă International Airport
  24. Wikipedia: Târgu Mureș International Airport
  25. Naturpark Bucegi (RNP Romsilva): Bear awareness
  26. OSRM-Routenplaner auf OpenStreetMap-Daten (Fahrzeiten, Entfernungen)
  27. OpenStreetMap / Nominatim (Koordinaten)

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