
Südtirol zwischen Meran, Lana und Bozen: Hotels und Reiseideen
Drei Orte im Etschtal: Lana zwischen Obstgärten, Meran mit seinen Promenaden, Bozen als Landeshauptstadt. Wie sie sich unterscheiden und wie du sie verbindest.
Südtirol gehörte bis zum Ersten Weltkrieg zum habsburgischen Kronland Tirol und ist seit 1919 Teil Italiens. Heute hat es drei Amtssprachen: Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Wie sie sich mischen, hängt vom Ort ab. In Bozen spricht die Mehrheit Italienisch als Erstsprache, in Meran sind die deutsch- und die italienischsprachige Bevölkerung etwa gleich groß, in Lana überwiegt deutlich Deutsch; Ladinisch spricht man in den Dolomitentälern weiter östlich. Das merkst du auf Speisekarten, an Ladenschildern und an der Bar. Dieser Artikel bleibt im Tal: Lana, Meran und Bozen liegen am selben Abschnitt der Etsch, sind mit Zug und Bus verbunden und ergeben zusammen sehr unterschiedliche Tage, mit Spaziergang, Garten, Gasthaus, Stadtabend und Seilbahn.




Ein Tag in Meran: Promenaden und Gärten
Meran wurde im 19. Jahrhundert zur Kurstadt, und Kaiserin Elisabeth von Österreich war mehrmals hier. Diese Zeit siehst du am besten zu Fuß: Promenaden ziehen sich an beiden Ufern der Passer entlang, mit Palmen und Zypressen im geschützten Talklima, und der Sissi-Weg führt aus der Stadt zu den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, wo die Kaiserin wohnte. Meran ist größer und belebter als Lana, mit mehr Geschäften und Cafés; ein Hotel aus unserer Auswahl gibt es hier nicht. Am besten machst du einen halben oder ganzen Tag daraus, von Lana sind es etwa 10 Kilometer mit dem Bus 211 oder der Linie 201.
Lana: Basis zwischen Obstgärten und Seilbahn
Lana liegt wenige Kilometer südlich von Meran und etwa 30 Kilometer von Bozen, Apfelgärten und Reben reichen bis an den Ortsrand. Als Basis eignet sich der Ort, weil vieles zu Fuß erreichbar ist. Die beiden Hotels im Zentrum liegen rund 300 Meter auseinander, und die Seilbahn auf das autofreie Vigiljoch fährt vom Ort aus in sechs Minuten hinauf. Im benachbarten Tscherms hat der Kränzelhof sieben Gärten, Kunst und einen gotischen Weinkeller, mit Führungen und Verkostungen an festen Tagen nach Anmeldung; auf demselben Gut liegt das Restaurant Miil. Im April blühen die Obstgärten, von Anfang Oktober bis Mitte November gibt es in Hofschänken und Kellern Törggelen, mit Speck, Schlutzkrapfen, gerösteten Kastanien und neuem Wein.



Wohnen in Lana: Schwarzschmied und 1477 Reichhalter
Die beiden Häuser in Lana gehören zur selben Familiengruppe, passen aber zu verschiedenen Reisen. Das Hotel Schwarzschmied in der Schmiedgasse hat 68 Zimmer und Suiten in Haupthaus, Gartenflügel und Residence, einen 20 Meter langen, ganzjährig beheizten Außenpool mit Blick auf die Reben, ein Hallenbad, Saunen und mehrmals am Tag Yoga. Im La Fucina kocht Andreas Pircher mit Gemüse und Kräutern vom hoteleigenen Arnica-Acker. Das 1477 Reichhalter in der Metzgergasse in der Fußgängerzone ist ein altes Gasthaus mit Café und Restaurant unten und acht Zimmern oben, jedes anders geschnitten und bewusst ohne Fernseher. Abends kocht Andreas Heinisch mit Südtiroler Produkten und mediterranen Einflüssen; das Spa des Schwarzschmied nutzen Reichhalter-Gäste kostenlos. Nimm das Schwarzschmied für Pools und Yoga unter einem Dach, das Reichhalter für ein kleines Gasthaus, in dem das Abendessen im Mittelpunkt steht.

Ein Abend in Bozen: Lauben, Obstmarkt und Ötzi
Bozen ist die Landeshauptstadt und der Ort, an dem man am meisten Italienisch hört. Die Altstadt ist um die Laubengasse gebaut, in der Händler seit Jahrhunderten Geschäfte machen; an ihrem einen Ende stehen täglich die Obst- und Gemüsestände des Obstmarkts, der Waltherplatz liegt nah. Im Südtiroler Archäologiemuseum ist Ötzi zu sehen, der Mann aus dem Eis, der 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde. Bozen hat den wichtigsten Bahnhof der Region an der Brennerstrecke und eignet sich deshalb als erster oder letzter Halt. Von Lana kommst du mit dem Bus 201 oder dem Zug ab Lana-Burgstall hin.




Parkhotel Mondschein
Unser Haus in Bozen ist das Parkhotel Mondschein, erreichbar über eine der ältesten Laubengassen der Stadt; Teile des Gebäudes gehen nach Angaben des Hotels auf das Jahr 1320 zurück. Dahinter liegt ein Park von rund 1.500 Quadratmetern mit alten Bäumen, Liegen und von Frühjahr bis Ende Oktober einem Pool. Die 60 Zimmer und 16 Suiten hat das Meraner Studio Biquadra 2022 neu eingerichtet, Stuck, hohe Decken und Fischgrätparkett sind geblieben. Das Luna Restaurant kocht italienisch mit handgemachter Pasta und Fisch aus der Adria, die Luna Bar ist von 7 Uhr bis Mitternacht geöffnet, und Alto Pizza hat einen eigenen Eingang in der Bindergasse. Zum Bahnhof sind es fünf Gehminuten.
Ein Tag auf dem Vigiljoch
Zum vigilius mountain resort führt keine Straße: Das Vigiljoch über Lana ist autofrei und mit der Seilbahn in sechs Minuten erreichbar. Auf rund 1.500 Metern hat Matteo Thun den Bau für Eigentümer Ulrich Ladurner aus Lärche, Glas, Naturstein und Lehm entworfen. Es gibt 35 Zimmer und sechs Suiten, je nach Lage mit Blick zu den Dolomiten und Morgensonne oder zum Wald und Abendsonne. Abends kocht das Restaurant 1500 regional und nach der Saison, tagsüber serviert die Stube Ida Südtiroler Gerichte auf der Sonnenterrasse. Wege führen in alle Richtungen, und ein alter Einersessellift fährt hinauf Richtung St. Vigil, einem Kirchlein mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Hotelgäste haben Zusatzfahrten der Seilbahn bis 23 Uhr; ein Abendessen unten in Lana ist also möglich, will aber geplant sein.



Eine Route: sechs oder sieben Nächte
Reise mit dem Zug über den Brenner an und beginne mit zwei Nächten in Bozen: ein Tag für Laubengasse, Obstmarkt und Archäologiemuseum, ein Abend im Luna oder bei Alto. Dann nimm den Regionalzug nach Lana-Burgstall, wo Schwarzschmied und Reichhalter ihre Gäste kostenlos abholen, und bleib drei Nächte in Lana. Ein Tag gehört den Gärten am Kränzelhof und dem Abendessen im Miil, einer Meran mit dem Bus, einer dem Vigiljoch mit dem Sessellift nach St. Vigil und Mittagessen in der Stube Ida. Wer eine Nacht oben am Berg verbringen will, hängt am Ende ein oder zwei Nächte im vigilius an. Für die Planung: Das Restaurant im Reichhalter ist sonntags geschlossen, das Miil sonntags und montags.
Reisezeit: April für die Blüte um Lana, Juli bis September für die längsten Betriebszeiten der Seilbahn und kühlere Luft auf dem Vigiljoch, Anfang Oktober bis Mitte November für das Törggelen. Im Winter fährt die Seilbahn auf das Vigiljoch weiter, für Winterwanderungen, und der Außenpool im Schwarzschmied ist das ganze Jahr beheizt.





