Asturien: Drei Tische, ein Tal

Küche

Asturien: Drei Tische, ein Tal

6. September 2026 · 2 Min

Eine Familie, ein Restaurant im Elternhaus, ein Hotel im Palast nebenan — und ein junger Koch, der in einem Bergdorf an fünf Tischen zeigt, dass Asturien reicht.

Man fährt nach Asturien nicht wegen des Wetters. Es regnet, oft, und die Berge stehen so nah an der Küste, dass die Wolken hängen bleiben. Man fährt hin, weil hier eine Küche entstanden ist, die aus Bohnen, Käse und Cidre etwas gemacht hat, das man in Paris oder Kopenhagen nicht bekommt — und weil drei Adressen in einem einzigen Tal genügen, um das zu verstehen.

Die erste ist ein Haus, das man auf keiner Karte findet.

Casa Marcial: das Elternhaus

La Salgar ist ein Weiler oberhalb von Arriondas, ein paar Häuser an einer Straße, die im Wald endet. Eines davon war die Dorfwirtschaft der Familie Manzano. 1993 haben Nacho Manzano und seine Schwestern daraus ein Restaurant gemacht, ohne das Haus zu verlassen. Es ist heute noch dasselbe Gebäude: Steinwände, kleine Fenster, ein Speiseraum, in den zwanzig Leute passen.

Was sich geändert hat, ist das, was auf den Teller kommt. Manzano kocht asturisch — Fabada, Meeresfrüchte von der Küste dreißig Minuten entfernt, Käse aus den Höhlen der Picos — und er kocht es so, dass Michelin drei Sterne dafür vergibt. Der Trick ist, dass es kein Trick ist. Die Küche ist nicht abgehoben, sie ist tiefer gegangen.

Man isst hier einen Abend lang und versteht danach die ganze Region.

Narbasu: die Nächte davor und danach

Casa Marcial hat keine Zimmer. Das war eine Entscheidung: Das Restaurant sollte Restaurant bleiben. Die Antwort auf die Frage, wo man schläft, hat die Familie zwanzig Minuten weiter gebaut, im Palacio de Rubianes in Cereceda — ein Landsitz im Tal unter dem Sueve-Massiv, mit Blick auf die Picos de Europa.

Narbasu ist ein Hotel mit 23 Zimmern und einem Restaurant, das einen Grünen Stern trägt, weil das Gemüse aus dem eigenen Garten kommt und der Rest von Höfen in Sichtweite. Es ist das ruhigere der beiden Häuser: Man kommt an, geht in den Garten, isst, schläft, und am nächsten Morgen sind die Berge da.

Die Kombination ist das Konzept: Marcial für den Abend, Narbasu für alles andere.

Monte: fünf Tische in San Feliz

Eine Stunde westlich, im Bergdorf San Feliz in der Gemeinde Lena, hat Xune Andrade 2019 ein Restaurant eröffnet, das einen Kilometer von der Autobahn liegt und trotzdem am Ende der Welt. Fünf Tische. Holzkohle, Fermente, Produkte aus den Bergen. Ein Michelin-Stern und ein Grüner Stern, bevor er vierzig war.

Monte ist die nächste Generation der Küche, die Manzano begonnen hat: noch reduzierter, noch lokaler, mit einer Weinkarte, die Delia Melgarejo aus kleinen Erzeugern und Bergweinen zusammengestellt hat. Man sitzt in einem Raum, der so schlicht ist wie das Dorf, und bekommt ein Menü, das dem Dorf gerecht wird.

Wer alle drei Adressen an drei Abenden macht, hat Asturien nicht bereist. Aber verstanden.

Praktisch

Anreise über Oviedo (Flughafen Asturias, 45 Minuten) oder Bilbao (3 Stunden). Ein Mietwagen ist Pflicht. Casa Marcial Wochen im Voraus reservieren; Monte ebenfalls. Beste Zeit: Juni und September — im August ist die Küste voll, im Winter sind die Pässe geschlossen.

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