
Südschweden: Gutshof und Weinberg
Ein Landgut über dem Öresund mit 163 Zimmern, das sich klein anfühlt, und ein Weingut in Halland, in dem man dort schläft, wo der Wein wächst. Der Sommer, den man Skandinavien nicht zutraut.
Südschweden ist das Schweden, das die Schweden selbst als Ausland empfinden: flach, dänisch geprägt, Buchen statt Kiefern, und im Juni Nächte, die nicht dunkel werden. Von Kopenhagen ist man in einer Stunde über die Brücke.
Zwei Häuser, eine Stunde auseinander, beide auf ihre Art unwahrscheinlich.


Maryhill Estate: der Park über dem Sund
Glumslöv liegt an der Küste zwischen Helsingborg und Landskrona, auf einer Anhöhe über dem Öresund, von der man abends Dänemark sieht. Maryhill ist ein Landgut mit Park, Pool und 163 Zimmern — eine Zahl, die abschreckt, bis man dort ist. Das Haus verteilt sich, die Wege sind lang, und man begegnet den anderen Gästen im Park so, wie man Spaziergängern begegnet.
Es ist das Haus für Familien, die Sommer wollen ohne Hitze, und für Gruppen, die einen Ort brauchen, der groß ist und nicht so wirkt.



Ästad Vingård: Wein unter dem 57. Breitengrad
Eine Stunde nördlich, in Halland bei Tvååker, wächst in einem Tal Wein — Solaris, Rondo, Sorten, die mit kurzen Sommern zurechtkommen — und das Weingut Ästad hat drumherum ein Haus gebaut: Restaurant, Spa, Zimmer im Wald, ein See zum Schwimmen. Man schläft dort, wo der Wein wächst, und das ist in Schweden kein Werbesatz, sondern eine Seltenheit.
Ästad ist das ernsthafteste Weingut des Landes, und es hat sich entschieden, das nicht zu übertreiben: kein Château, kein Marketing, ein Hof mit Betten und guter Küche. Wer im August kommt, isst Krebse.
Praktisch
Anreise über Kopenhagen (Brücke, eine Stunde nach Glumslöv) oder Göteborg (eineinhalb nach Ästad). Beste Zeit: Juni für die hellen Nächte, Ende August für Krebse und Lese. Im Winter ist Südschweden grau — dann lieber Lappland.


